Weltstar wie der große Bruder Windstoß: Erneuter Derby-Sieg für Röttgen

Hamburg (hrc) - Vor 15.200 Zuschauern siegte der im Besitz des Gestüts Röttgen stehende und von Champion Markus Klug in Rath-Heumar bei Köln vorbereitete dreijährige Hengst Weltstar im IDEE 149. Deutschen Derby (Gruppe I, 650.000 Euro, 2.400 m) am Sonntag auf der Galopprennbahn in Hamburg-Horn. Der Halbbruder des letztjährigen Gewinners Windstoß eiferte nur ein Jahr nach dessen Erfolg in Horn, der damals eine Röttgener Durststrecke seit 1959 beendet hatte, seinem großen Vorbild nach.

Unter dem holländischen Klassejockey Adrie de Vries, der sein erstes Derby überhaupt gewann, entschied Weltstar als 32:10-Co-Favorit in diesem Event der German Racing Champions League eine atemberaubende Partie gegen den ebenfalls von Klug trainierten Park Wiedinger Destino (Martin Seidl) hauchdünn zu seinen Gunsten. Nachdem Destino in der alles entscheidenden Phase schon knapp an den ebenfalls aus dem Mittelfeld stark anziehenden Weltstar vorbeigelangt war, zog der Röttgener wieder an und drehte mit einem Hals-Vorteil eine schon verloren geglaubte Partie. 390.000 Euro wandern auf das Konto der so hocherfolgreichen Zuchtstätte.

Dritter Derby-Sieg für Markus Klug

Nicht nur Trainer Markus Klug, der nach Sea The Moon 2014 und Windstoß 2017 seinen dritten Derby-Sieg feierte, sondern auch Deckhengst Soldier Hollow zeichnete für die beiden Erstplatzierten verantwortlich. Dritter wurde der Favorit Royal Youmzain für den vor Ort weilenden Dubai-Großbesitzer Jaber Abdullah (Dubai) vor Salve Del Rio und dem lange führenden Aldenham. Die Viererwette bezahlte 2.056:10 Euro.

Adrie de Vries in einem ersten Statement: "Es war mein großer Wunsch, das Derby einmal zu gewinnen. Ich bin überglücklich, dass es nun mit Weltstar geklappt hat. Destino war schon knapp vorbei an uns, aber mein Pferd hat erneut riesig angepackt."

Trainer Markus Klug erlebte einen weiteren Traum-Tag seiner großartigen Karriere, feierte überglücklich auf dem Geläuf, und erhielt als Sonder-Ehrenpreis eine Stoppuhr, die der legendäre 31-fache Trainer-Champion Heinz Jentzsch beim Training benutzt hatte. Sein erster Kommentar: "Das ist eine Premiere für mich. Ich war noch nie Erster und Zweiter im Derby. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ich hatte Respekt vor Royal Youmzain, aber auch Vertrauen in meine Pferde. Zwischen Weltstar und Destino liegt nicht viel. Beide haben Nennungen für alle deutschen Gruppe I-Rennen, aber auch Starts im Ausland kommen in Frage. Wir wollen aber vermeiden, dass wir zu oft gegeneinander antreten oder gegen die Brüder Windstoß und Dschingis Secret."

Rahmenprogramm stark besetzt

Auch das Rahmenprogramm am großen Schlusstag des IDEE Derby-Meetings war enorm stark. Für einen Preis von 300 Euro hätte man sich an der Besitzergemeinschaft des Stalles Dein-Rennpferd.de beteiligen können. Rund 30 Personen nutzten diese Initiative des Kölners Jonas Schorfheide und durften sich gemeinsam mit Christoph Holschbach nun über den Sensationssieg des Dreijährigen Alinaro (220:10) im Rudolf-August-Oetker-Gedächtnisrennen (52.000 Euro, 1.600 m) freuen. Mit mächtigem Endspurt triumphierte der Hengst unter dem Franzosen Lukas Delozier gegen Northern Hollow und den Favoriten Kronprinz.

Dr. Günter Paul, der Vorsitzende der Mehl-Mülhens-Stiftung, hatte am Sonnabend noch die Derby-Rede anlässlich des 2017er-Siegers von Windstoß gehalten. Nun gewann mit der vierjährigen Stute Alicante (53:10) ausgerechnet eine Röttgenerin den Preis vom Gestüt Röttgen (Listenrennen, 25.000 Euro, 2.200 m). Im allerletzten Galoppsprung hatte Adrie de Vries auf der von Markus Klug trainierten Mitfavoritin gegen Panthelia und Anna Magnolia trotz Höchstgewichts die Wende noch geschafft.

Auch im Hapag-Lloyd-Rennen (52.000 Euro, 2.200 m) standen Jockey Adrie de Vries und Championtrainer Markus Klug auf dem Siegertreppchen, denn der im Besitz des Kölner Holger Renz stehende Schabau (55:10), das kölsche Wort für "billigen Schnaps" enteilte der Konkurrenz hochüberlegen mit sieben Längen Vorsprung. Aru sowie die weiteren Klug-Pferde Klüngel und Ernesto machten die Viererwette komplett, die 23.529:10 Euro zahlte.

Hamburg und Sweet Thomas – das passt zusammen. Einmal mehr zeigte der nun von Ex-Jockey Andreas Suborics betreute Wallach des Gestüts Wittekindshof hier eine Top-Leistung als Speed-Sieger zur Quote von 54:10 mit Maxim Pecheur vor Ronaldo und dem im Mitbesitz von Klaus Allofs stehenden Rolando im Ausgleich I über 2.200 Meter.

Ein imponierender Sieger mit weiteren Möglichkeiten scheint Waldpfad aus dem Spexarder Stall von Andreas Wöhler. Der 22:10-Favorit trumpfte im Ausgleich I (22.500 Euro, 1.600 m) mit Jozef Bojko vor Clear For Take Off und Cassilero ganz groß auf.

Ullmann-Stute Mondaine gewinnt 2200-Meter-Rennen

Sogar noch eine Nennung für den klassischen Henkel – Preis der Diana besitzt die in einem 2.200 Meter-Rennen erfolgreiche Ullmann-Stute Mondaine (21:10, Filip Minarik), die gegen Caracalla Queen und Rennstall Darbovens Rosinante sehr sicher den ersten Treffer landete, aber ein Start im Stutenderby ist laut General Manager Gebhard Apelt eher unwahrscheinlich.

Die Wetter kamen neben dem Derby mit zwei weiteren Viererwetten voll auf ihre Kosten. Auf die Reihenfolge Astrella (75:10, Adrie de Vries) vor Incorruptible, Alsterprinz und Atrice in einem Ausgleich III über 1.800 Meter gab es 72.213:10 Euro.

Zum Abschluss wurden die Meetingschampions Adrie de Vries (Jockeys, zehn Siege) und Markus Klug (Trainer, sieben Siege) ausgezeichnet. (Foto: Weltstar © galoppfoto.de)

(09.07.2018)


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